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archivierte Ankündigung:

News

Sonntag
den 13. Oktober 2019

Grußwort von Rabbiner Edward Van Voolen


Das Attentat in Halle trifft uns ja alle: Juden, Christen sowie
Muslime und alle, die als ‚anders‘ wahrgenommen werden. Und
alle, die für eine demokratische Rechtsstaat stehen. Die
nächsten Feiertage, Sukkot, betonen wie verletzlich unsere
Existenz ist, wenn wir unterwegs sind als Menschen, als
Flüchtlinge in einer Welt, die sich manchmal als eine trostlose
Wüste anfühlt. Deswegen brauchen wir einander. Die Sukka, die
Laubhütte, ist in seiner Verletzlichkeit nicht nur Symbol für den
zerstörten Tempel „Sukkat David hanofelet“ (zitiert aus Amos
911 in Birkat haMason am Sukkot) aber auch für Hoffnung auf
Heilung der Wunden: „An jenem Tag richte ich die verfallene
Hütte Davids auf und ihre Risse werde ich vermauern und ihre
Trümmer richte ich auf“ (Amos, ibidem). Genau das haben wir
durch die Jahrtausende getan: Trotz allem bauen für eine
bessere Welt, und das sollten wir jetzt auch tun. Wir haben sehr
viele Menschen in unserer Gesellschaft, die mit uns für unseren
demokratischen Rechtsstaat stehen in der die Sukka - unsere
Synagogen sowie alle Häuser, wo Menschen zum Gebet,
Studium oder Soziales zusammenkommen - eine ‚Sukkat
Schalom’ sein sollte über die ‚G‘tt seine Frieden wie eine
Laubhütte ausbreiten möge’ (Ma’ariw Liturgie).

In Verbundenheit: Schabbat schalom und Chag sameach
Rabbiner Edward van Voolen, Göttingen