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archivierte Ankündigung:

Veranstaltung

Sonntag
den 29. Januar 2017
17 Uhr
 
St. Johannis
Göttingen

Konzert zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus


Jüdische Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts

In zeitlicher Nähe zum Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar lädt der Projektchor Synagogalmusik der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Göttingen e.V. http://www.gcjz-goettingen.de zu einem Konzert ein. Superintendent Friedrich Selter wird in diesem Rahmen eine Gedenkansprache halten.

Der Chor wurde seit dem Sommer dieses Jahres eigens für das Projekt, das die Wiederentdeckung und Wiederbelebung weitestgehend verloren gegangener oder gar nicht erst bekannt gewordener Musik jüdischer Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts zum Ziel hat, zusammengestellt. Das Projekt strebt dabei zweierlei an: Zum einen ist es das in Kontaktkommen von außen mit der jüdischen Kultur über das Hören dieser teilweise sehr anderen, teilweise aber auch überraschend vertraut klingenden Musik durch die Konzertbesucher. Zum anderen ist es das Erleben von innen, an dem die Sängerinnen und Sänger des Projekts im Einstudieren der Musik teilhaben. Die rund fünfzig Sängerinnen und Sänger aus dem Großraum Göttingen engagieren sich zumeist in der dortigen überaus breit aufgestellten Chorlandschaft. Ein Großteil von ihnen hat schon 2014/2015 beim ersten Projekt der GCJZ Göttingen e.V. dieser Art mitgewirkt.

Orgelmusik – so muss man den Eindruck haben – gehört heute nicht zum jüdischen Gottesdienst. Dabei hatten viele Synagogen in Deutschland bis zu ihrer Zerstörung durch die Nationalsozialisten in der Nacht vom 09. auf den 10. November 1938 eine Orgel, die regelmäßig im Gottesdienst erklang. Seit dem 19. Jahrhundert war dieses Instrument auch in die jüdischen Gottesdienste eingezogen. Komponisten wie Louis Lewandowski (1821-1894) schufen Werke, in denen traditioneller Synagogalgesang mit der damals modernen europäischen Musikentwicklung verbunden wurde. Diese Musik ist durch die Shoa fast völlig in Vergessenheit geraten.

Auf dem Programm werden neben deutschen Psalmenvertonungen Louis Lewandowskis (1821-1894) auch hebräische Psalmenvertonung Salomon Sulzers (1804-1890) sowie neuerer Chorliteratur von Kurt Weill (1900-1950) und Viktor Ullmann (1898-1944) stehen.
Der Chor wird begleitet durch die Sopranistin Charlotte Diekmann (Göttingen) und den Organisten Robin Hlinka (Celle); die musikalische Leitung hat Antonius Adamske (Basel).

Das Konzert findet statt im Rahmen der Jubiläumsreihe des Bündnisses „Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus“ http://www.gedenken-an-die-opfer-des-nationalsozialismus.de

[Ansprechpartnerin für Rückfragen und weitere Informationen: Laura Schimmelpfennig, laura-victoria.schimmelpfennig@theologie.uni-goettingen.de, Projektkoordination und Vorstandsmitglied Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Göttingen e.V.]