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archivierte Ankündigung:

Veranstaltung

Sonntag
den 11. September 2016
9 Uhr
 
Treffpunkt: Stadthalle Göttingen

Exkursion nach Hannover zur Gedenkstätte Ahlem und zur Liberalen Jüdischen Gemeinde


Die Gedenkstätte Ahlem ist der Ort der israelitischen Gartenbauschule Ahlem, eines „Judenhauses“ für die ghettoisierten jüdischen Familien ab 1941, der Sammelstelle für den Transport in die östlichen Konzentrations- und Vernichtungslager, eines Gestapo-Gefängnisses für Zwangsarbeiter und einer Hinrichtungsstätte.

Zum Ende des 19. Jahrhunderts, als Tausende verarmter Juden aus Osteuropa in Deutschland einwanderten, engagierte sich der jüdische Bankier Alexander Moritz Simon für seine Glaubensgenossen. Seine Bemühungen, insbesondere für die Jugendlichen, mündeten in den Aufbau einer Gartenbauschule, die 1893 eröffnet wurde und in der sie praktisch-gewerbliche Berufe erlernen konnten. Sie wurde 1919 in „Israelitische Gartenbauschule Ahlem“ umbenannt und gewann große Ausstrahlungskraft. Ab 1933 war die Ausbildung dann hauptsächlich auf die Auswanderung nach Palästina ausgerichtet. In dieser Schule wurde eines der 15 Judenhäuser Hannovers eingerichtet, auf ihrem Gelände befand sich die zentrale Sammelstelle für die Deportation der Juden aus den Regierungsbezirken Hannover und Hildesheim. Ab 1943 wurden ausländische Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene wegen Verfehlungen in ein hier entstandenes Gestapo-Gefängnis eingeliefert. Gegen Ende des Krieges diente die ehemalige „Laubhütte“ als Hinrichtungsstätte für mindestens 59 Häftlinge.

Die Liberale Jüdische Gemeinde Hannover ist die größte progressive jüdische Gemeinde Deutschlands. Sie besteht seit 1995 und hat ihr Gemeindezentrum (u.a. mit Bibliothek, Kita und Jugendzentrum) in der 2009 eingeweihten Synagoge in Leinhausen. Bei diesem Gebäude handelt es sich um die ehemalige evangelisch-lutherische Gustav-Adolf-Kirche, die für die Jüdische Gemeinde umgebaut wurde. Für Synagoge und Gemeindezentrum wurde der Gemeinde und den Architekten Roger Ahrens und Gesche Grabenhorst der Niedersächsische Staatspreis für Architektur 2010 verliehen.

Wir freuen uns, dass wir Gelegenheit haben, die Synagoge, die Gemeinde und ihre religiösen, kulturellen und sozialen Aktivitäten kennenzulernen.

PROGRAMM

  • 9.00 Treffpunkt an der Stadthalle Göttingen
  • 9.15 Uhr Abfahrt des Busses
  • 11.00 – 13.00 Führung in der Gedenkstätte Ahlem
  • 14.00 Uhr Imbiss im Gemeindezentrum Etz Chaim der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hannover
  • 15 – 17 Uhr Führung und Begegnung in der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hannover
  • Gegen 19 Uhr Ankunft in Göttingen

Preis: 39.- Euro für Busfahrt und Imbiss

Anmeldung: Bitte melden Sie sich spätestens bis zum 30. 08. verbindlich auf dem anhängenden Abschnitt bei der Geschäftsstelle an: Henri-Dunant-Str. 52, 37075 Göttingen. Anmeldebestätigungen können nicht verschickt werden. Das Geld wird im Bus eingesammelt.