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archivierte Ankündigung:

Veranstaltung

Donnerstag
den 25. Februar 2016
15.30 Uhr
 
Gemeindehaus St. Jacobi

Menschenwürde und Menschenrechte im Talmud


Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit hat zusammen mit den Verantwortlichen des Ökumenischen Seminars als Vortragende in dieser Reihe für den 25. Februar 2016 die Frankfurter Rabbinerin Dr. Elisa Klapheck eingeladen

Die 1962 geborene Elisa Klapheck wusste immer schon, dass sie Tochter einer jüdischen Mutter ist. Aber als Heranwachsende empfand sie dieses Wissen eher als belastende Fremdbestimmung. Es war ein langer und kurvenreicher Weg, bis sie endlich zu ihrer jüdischen Identität fand.

Sie hat in Hamburg Politologie studiert. Sie hat als Journalistin in Berlin gearbeitet (beim Tagesspiegel und in der taz). Sie hat sich als Autodidakt mit der Hebräischen Bibel vertraut gemacht. „Wir (die zweite Generation nach der Schoa) sind eine Generation ohne Lehrer,“ vom jüdischen Wissen abgeschnitten.

Erst als die Mutter stirbt, erfährt die Tochter, was die in ihrem Bücherschrank verborgen hielt: ein Talmud-Tora-Lexikon, Midrasch-Sammlungen, rabbinische Kommentare. Die Mutter hat die nie gelesen, aber gesammelt und bewahrt. Für die Tochter eine Fundgrube und der Grundstock ihrer rabbinischen Bibliothek.

Orientierungsversuche. Israel erweist sich als der für sie nicht richtige Ort. Sie gehört nach Deutschland. Sie beginnt mit dem Studium der Judaistik in Berlin. Sie will „das Judentum nicht mehr nur allein als eine Geschichte von Verfolgung und Vernichtung (wahrnehmen), sondern auch als eine Geschichte kulturellen Reichtums über Jahrhunderte hinweg.“ Sie zielt auf religiöse Erneuerung, auf gleichberechtigte Gottesdienste, in denen nicht nur Männer zählen. 2004 wird sie in Boulder (USA) zur Rabbinerin ordiniert.