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archivierte Ankündigung:

Veranstaltung

Donnerstag
den 5. Juni 2014
14.55 Uhr
 
Treffpunkt: Bahnhofshalle Göttingen

Villa Seligmann in Hannover – Besuch und Konzert


Anmeldung noch möglich!

Die Villa Seligmann, ein großbürgerliches Wohnhaus im neobarocken Stil, ist heute Sitz des Europäischen Zentrums für Jüdische Musik und als solcher Ziel unseres Ausflugs. Sie wurde 1903 – 1906 für Siegmund Seligmann erbaut, den jüdischen Direktor der Continental AG, diente ab 1962 verschiedenen kulturellen Zwecken und wurde schließlich von der Siegmund Seligmann-Stiftung als Dokumentationsstätte und für Konzerte und Aufführungen des Europäischen Zentrums für Jüdische Musik erworben.

Das Europäische Zentrum für Jüdische Musik geht zurück auf die unermüdlichen Forschungen und die musikalische Praxis von Prof. Andor Izsák.

Seit ca. 200 Jahren kamen auch in jüdischen Gemeinden Orgel und Chormusik auf, bedeutende Kantoren und Komponisten gingen aus dieser Bewegung hervor. Nur wenige Orgeln haben die Zeit des Nationalsozialismus überstanden, die Musik galt vielfach als verschollen und musste neu aufgestöbert und zum Teil rekonstruiert werden.

Professor Andor Izsák wurde 1944 in Budapest geboren und war bereits zu Studienzeiten Organist an der Budapester Dohány-Synagoge, der größten Synagoge Europas. Hier gründete er mit dem Kantor Marcel Lorand den Lewandowski-Chor, der nach dem Holocaust wieder synagogale Musik erklingen ließ. Nach seiner Übersiedlung in die Bundesrepublik gelang es ihm, so viele Menschen für die jüdische Musik zu begeistern, dass 1988 in Augsburg das Europäische Zentrum für Jüdische Musik gegründet werden konnte, seit 1992 ein Institut der Hochschule für Musik , Theater und Medien Hannover.

Über Andor Izsáks Leben gibt es eine Biographie von Arno Beyer, dem stellvertretenden Intendanten des NDR:“ Andor der Spielmann – ein jüdisches Musikerleben“.

Programm:

14.55 Uhr: Treffpunkt in der Bahnhofshalle Göttingen

15.07 Uhr: Abfahrt. (Metronom, Niedersachsenticket),in Hannover Fahrt mit der U-Bahn und 5 – 10 Minuten Fußweg

17.00: Führung in der Villa Seligmann mit Musikbeispielen durch Prof. Andor Izsák. Imbiss in der Villa Seligmann

19.30Uhr – 21.30 Uhr: Konzert „Anton Notenquetscher“ (s. u.)

22.36 Uhr: Abfahrt Hbf Hannover

23.49 Uhr: Ankunft in Göttingen

Preis: 38.-Euro (eventuell weniger, je nach Ausnutzung des Niedersachsentickets) für Fahrt, Führung, Imbiss und Konzert. Das Geld - außer für das Konzert - (s.u.) wird im Zug eingesammelt

Anmeldung: in der GCJZ-Geschäftsstelle, Henri-Dunant-Str. 52, 37075 Göttingen, Tel. 0551-2054746


Konzert: “Anton Notenquetscher“ mit Prof. Erika Lux (Klavier) und Dr. Heiko Jakobs (Sprecher)

Die Brüder Alexander und Moritz Moszkowski stehen im Zentrum dieses Klavierkonzertes mit humoristischer Lesung. Moritz Moszkowski war Pianist und Komponist hervorragender Klavierwerke wie die bekannten „Spanischen Tänze“, sein Bruder Alexander Moszkowski (Autor des kürzlich von der Villa Seligmann herausgebrachten Buches „Schultze und Müller im Ring des Nibelungen") ein glänzender Vertreter des jüdischen Humors in der Kaiserzeit. Letzterer schrieb 1875 ein biographisches Gedicht über den (fiktiven) Klavierschüler Anton Notenquetscher und nimmt dabei satirisch das Klaviervirtuosentum des 19. Jahrhunderts aufs Korn. Parallelen zur Karriere seines Bruders sind dabei unübersehbar. Gemeinsam mit seinem Bruder Moritz Moszkowski entstand 1896 der Sketch „Anton Notenquetscher am Klavier“, in dem die Kompositionsstile von Bach bis Liszt parodiert werden. Heiko Jacobs liest aus beiden Texten Auszüge, Erika Lux spielt dazu Kompositionen von Moritz Moszkowski und seinen Zeitgenossen.