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archivierte Ankündigung:

Veranstaltung

Donnerstag
den 19. Dezember 2013
11.15 Uhr
 
Theologicum
Platz der Göttinger Sieben 2
Hörsaal 2

"Sollte Gott untreu sein?" Der Christusglaube und das jüdische Volk


Vortrag von Prof. Dr. Florian Wilk

Seit Jahrzehnten arbeiten christliche Kirchen daran, ihr Verhältnis zum Judentum in Lehre und Praxis zu erneuern. Im November diesen Jahres berät nun die Synode der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers über einen Antrag, wesentliche Einsichten dazu in der Verfassung der Landeskirche zu verankern. Diese Beratung gibt Anlass, aufs Neue die biblischen Grundlagen jenes Erneuerungsprozesses zu bedenken. Dabei spielen Aussagen des Paulus im Römerbrief eine herausragende Rolle: "Sie sind Israeliten, denen die Sohnschaft zu Eigen ist ..." (Röm 9,4); "Gott hat sein Volk nicht verstoßen ..." (11,2), "ganz Israel wird gerettet werden ..." (11,26).

Wie sind solche Sätze im Zusammenhang des Briefs genau zu verstehen? Wie passen sie zu weiteren, teils sehr polemischen Äußerungen des Apostels in anderen Briefen? Welches Gewicht kommt ihnen dann im Rahmen des Neuen Testaments zu? Und welche Konsequenzen können und sollen Christen heute daraus ziehen?

Dr. Florian Wilk, Professor für Neues Testament an der Theologischen Fakultät der Universität Göttingen, wird diesen Fragen nachgehen und erläutern, wie sich die Kapitel 9-11 des Römerbriefs historisch interpretieren und für die Gegenwart auslegen lassen.
Moderation: Dr. Adelheid Ruck-Schröder